Ergebnisse der aktuellen Online-Umfrage des Zentralverbandes
Mehrwertsteuer: Weg mit der Freigrenze!
Kleinstunternehmen mit einem Jahresumsatz unter 17.500 Euro können mehrwertsteuerfrei am Friseurmarkt agieren. Das Steuerprivileg erlaubt es ihnen, die Friseurdienstleistungen konkurrenzlos preisgünstig anzubieten. Die Zahl der sogenannten Mikrobetriebe wächst stetig und sorgt für Widerstand in der Branche. In einer aktuellen Online-Umfrage des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) haben sich weit über 1.300 Teilnehmer für eine Abschaffung der Mehrwertsteuer-Freigrenze ausgesprochen.
Die Ergebnisse der Umfrage sind eindeutig: Die überwältigende Mehrheit der teilnehmenden Friseurinnen und Friseure wollen die steuerliche Bevorzugung nicht akzeptieren: Über 85 Prozent der Befragten stimmten der Forderung zu, das MwSt-Privileg für Kleinstselbstständige abzuschaffen, weil es den fairen Wettbewerb behindert und zu existenziellen Herausforderungen für viele Friseurunternehmen führt, die ausbilden und Mitarbeiter beschäftigen. Lediglich 13 Prozent waren der Meinung, dies sei nicht notwendig, weil die Mikrobetriebe legal und nur im beschränkten Umfang professionelle Friseurdienstleistungen bedienten. Gleichgültig lässt das Thema offenbar kaum jemanden. Denn weniger als zwei Prozent gaben an, keine Meinung in dieser Angelegenheit haben. Insgesamt wurden 1.611 Votings registriert. Die Detail-Ergebnisse der Umfrage gibt es auf der Website des Zentralverbandes.
Der Zentralverband drängt im Rahmen seiner interessenpolitischen Aktivitäten darauf, die Rahmenbedingungen für nachhaltig wirtschaftende Unternehmen zu verbessern „Wir wollen den Wettbewerb fairer gestalten und damit auch Beschäftigung und Ausbildung sichern", erklärte ZV-Präsident Andreas Popp. Der Zentralverband fordere, die steuerliche Privilegierung von unternehmerischen Kleinstexistenzen abzuschaffen und die Schwarzarbeit effektiver zu bekämpfen. Eine zusätzliche Option sei es, im Rahmen der geplanten Mehrwertsteuerreform, endlich den MwSt-Satz auf Friseurdienstleistungen zu reduzieren. Auch dies würde die Beschäftigung stärken, den Wettbewerb fairer gestalten und die Schwarzarbeit eindämmen.