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Liebe Frau Poser, wie führen Sie die Ausbildung während der Salonschließung weiter?

Vorab sei betont, dass ich meine Auszubildenden momentan nur Arbeiten üben lasse, die sie technisch schon gut beherrschen. Es ist lediglich der Zeitfaktor und die Perfektion, die trainiert werden sollen. Ich habe ansonsten die Befürchtung, dass sie sich falsche Dinge aneignen. Meine 4 Auszubildenden sind zu Hause mit Stativen und Übungsköpfen ausgerüstet und üben die „Pflicht und die Kür“.

Für das 1. Lehrjahr soll also beispielsweise eine Dauerwelle gelegt, die Einlegetechnik inkl. Papillotieren sowie die erweiterte Strähnentechniken/Foliensträhnen/Foliyage geübt werden (mit durchsichtiger, abwaschbarer Strähnenfolie und Haarmaske am Übungskopf). Für das 2. Lehrjahr können an Bruder und Vater Haarschnitte und bei der Mutter die Föhntechnik auf Spannung trainiert werden. Auf dem Plan steht zudem das Styling am Langhaarübungskopf/Stecktutorial und die erweiterte Strähnentechnik auf Schnelligkeit. Für das 3. Lehrjahr wird die Gesichtsmassage geübt und natürlich für die schriftliche Gesellenprüfung gelernt.

Mit allen Auszubildenden mache ich zudem Farblehre, d.h. wir besprechen Tonhöhen/Nuancierungen, Glossings und Farbkorrekturen. Ich schicke ihnen dazu über unsere WhatsApp-Teamgruppe Fotos, die wir dann per Skype durcharbeiten. Ich animiere sie dazu, selbstständig zu überlegen wie man vorgehen könnte. Sie sind es ja gewohnt, die Farbe auf Anweisung anzurühren, jetzt sollen sie verstehen, warum welche Farbe angesetzt wird.

 

 

Foto: Sabrina Poser.

 

 

 

Ausbildung trotz Salonschließung: 
Sabrina Poser im Interview.


Friseurunternehmerin, Diplomkosmetikerin und Typ- und Imageberaterin Sabrina Poser aus Herford führt auch während der Corona-Krise die Ausbildung ihrer vier Auszubildenden weiter. Die Nominierte zur Unternehmerin des Jahres 2019 zeigt einige Ideen auf, wie das auch in Corona-Zeiten gut funktionieren kann.


 

Was sind die Herausforderungen und was vielleicht sogar Chancen fernab vom Salonalltag zu unterweisen?

Die Herausforderung ist ganz klar eine Struktur und einen Tagesablauf zu schaffen. Mir ist es wichtig, ohne Druck zu vermitteln, aber den Azubis muss klar sein, dass es sich um Arbeitszeit handelt. Ich sehe aber auch Chancen darin, die Ausbildung auf Distanz weiterzuführen. Prüfungsrelevante Dinge können jetzt schon so gefestigt werden, dass eine Routine schneller erreicht ist. Kreative Arbeiten wie Strähnen können durch das intensive Training zu Hause dann bei Ladenöffnung schneller am Kunden umgesetzt werden. Ein ganz klarer Vorteil ist auch, dass die Eigenverantwortlichkeit der Auszubildenden deutlich gestärkt wird.